Allianz gegen IS-Terror

Kommentar: Noch ist nichts gewonnen

Inmitten aufkommender Euphorie tut die mahnende Stimme des Bundesaußenministers gut. Erfolge der alliierten Luftschläge gegen den „Islamischen Staat“ (IS) sind durchaus erkennbar. Aber das reicht nicht. Von Detlef Drewes

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 Denn das Wegbomben der Dschihadisten ist zu wenig, um Syrien und den Irak wieder zu normalisieren, geschweige denn zu befrieden. Der Versuch, den frisch gebackenen Machthabern in Bagdad die Verantwortung zu überlassen, war ein Fehlschlag. Die Konsequenzen haben den IS erst stark gemacht. Nun wird sich der Westen hüten, einem islamischen Land eine Art politischen Marshallplan vorzulegen, der als Blaupause für eine Neuordnung dient. Aber dringend nötig wäre doch eine klare Perspektive, wie lange die Anti-IS-Allianz ihre Bombardements fortsetzen will und wer dann die politische Arbeit zur Normalisierung der Region fortsetzt. Denn bei allem Respekt vor der Eigenständigkeit der geschundenen Länder - die Opfer werden bleiben, Flüchtlinge wollen zurückkehren, Ernten sind vernichtet - die Not hat viele Gesichter. Ohne die internationale Gemeinschaft bleibt die Region anfällig für Extremisten, gleich welcher Seite.

Ein solches Vorhaben braucht viele Helfer. Da mögen die westlichen Partner eine große Rolle spielen, die aber zurückgefahren werden muss, um die mittelbaren und unmittelbaren Nachbarn in die Verantwortung zu nehmen. Dies verändert das politische Koordinatensystem vor Ort entscheidend, wie sich schon jetzt zeigt: Weder für die USA noch für den Iran scheint es nach 30 Jahren der politischen Gegnerschaft vorstellbar zu sein, nunmehr an einem Strang zu ziehen. Dass dies eine Chance wäre, steht außer Frage.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Michael Hof

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