Aufschrei berechtigt

Kommentar zu Angriffen auf Amtsträger

Viele Bundesbürger halten sie für nichts anderes als Staatsfaulenzer, die finanziell auf der Sonnenseite des Lebens stehen: Beamte. Der Neid ist ja teils verständlich.

Sie haben ja einen unkündbaren Arbeitsplatz, Zulagen und Beihilfen - nicht immer einen Traumjob, aber einen mit eindeutigen Vorzügen, denn auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Dienst kassieren sie mehr als andere Arbeitnehmer, ohne dafür in eine Versorgungskasse eingezahlt zu haben.

Doch so ganz gemütlich ist der Job in vielen Amtsstuben offenbar nicht mehr. In Deutschland häufen sich die Angriffe auf Behördenmitarbeiter. Der Deutsche Beamtenbund schlägt nach einer Umfrage in seinen Landesverbänden und Partnergewerkschaften Alarm. Man habe eine „eindeutige Rückmeldung“ bekommen, heißt es. Die Zahl der Übergriffe gegen Bedienstete des öffentlichen Dienstes nimmt drastisch zu. Was besonders auffällt: Über Gewalt in den Behörden wird zumeist erst berichtet, wenn Blut geflossen ist. Dabei sind Angriffe, verbal wie physisch, längst zu einem Alltagsphänomen in den Amtsstuben geworden.

Der Beamtenbund fordert Maßnahmen: von Metalldetektoren an Türen bis zu Alarmknöpfen unter dem Schreibtisch. Das sind berechtigte Anliegen. Es sollte doch selbstverständlich sein, dass vor allem Mitarbeiter im Sozialbereich bestmöglich ausgestattet werden - dass für ihre Sicherheit gesorgt wird. Von ihnen wird nämlich erwartet, dass sie ihren Kopf in Streitfällen von Bürgern mit „Vater Staat“ hinhalten. Und das oft in Fällen, wo Politik und Gesellschaft versagt haben.

Quelle: op-online.de

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