Brandstiftung im Flüchtlingsheim

Kommentar zu dem Anschlag von Tröglitz: Der Wendepunkt

Es ist nicht das erste Mal: In den vergangenen Monaten haben in Deutschland schon mindestens zweimal so gut wie bezugsfertige Flüchtlingsunterkünfte gebrannt. Von Angelika Dürbaum

Im fränkischen Vorra waren mutmaßlich rechtsextreme Täter am Werk, denn an ein Nebengebäude wurden Nazi-Parolen und Hakenkreuze geschmiert. In Escheburg bei Lübeck gestand ein Anwohner den Brandanschlag, er wollte keine irakischen Flüchtlinge in seiner Nachbarschaft sehen.

War nach diesen Attacken noch von einzelnen, lokalen Ereignissen die Rede, markieren die Geschehnisse der vergangenen Tage in Tröglitz einen Wendepunkt. Wäre nicht schon der Brandanschlag schlimm genug, werden auch noch Bürgermeister und Landrat bedroht, letzterer sogar mit dem Tode.

Es gilt nun deutlich Stellung zu beziehen gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. Eine Gesellschaft, die sich demokratisch nennt, kann sich nicht vom braunen Mob auf der Nase herumtanzen lassen. Auch wenn man nicht mit allen Belangen der bundesdeutschen Asylpolitik einverstanden ist, Ausländerhass darf nicht gesellschaftsfähig werden. Es wird Zeit, die Vor- und Nachteile der Zuwanderung, Ängste vor Islamisierung und Überfremdung offen zu diskutieren. Ein starkes Signal wäre auch, wenn endlich Bund und Länder an einem Strang ziehen würden in Sachen NPD-Verbot.

angelika.duerbaum@op-online.de

Ermittler suchen Brandstifter von Tröglitz

Ermittler suchen Brandstifter von Tröglitz

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion