Steinbrück zu Merkels Vergangenheit

Kommentar: Und noch ein Fettnäpfchen

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Monika Reuter

Berlin - Peer Steinbrück hat schon eine sehr eigene Art, Wahlkampf zu machen . Mit seinen Einlassungen zu Angela Merkels „Sozialisation“ in der DDR hat er Union und Linke gleichermaßen gegen sich aufgebracht. Von Monika Reuter

Natürlich kann man sich Gedanken darüber machen, wie Schule und Ausbildung in Ostdeutschland Menschen geformt oder verformt haben. Aber daraus mangelnde Leidenschaft für Europa abzuleiten, ist zumindest bedenklich.

Nun tritt Merkel generell nicht als Ausbund von Leidenschaft auf – bei keinem Thema. Ihre kühl und rational abwägende Art kann man mögen oder kritisieren. Steinbrücks Panne indes ist, dass sich durch seine Aussage womöglich der halbe Osten diffamiert sieht.

Natürlich hat Merkel als Kind eines aus Hamburg zugezogenen Pfarrers und durch ihr Studium in Moskau besondere Konditionen in der DDR gehabt. Nur kann man ihr das ebenso wenig vorwerfen wie anderen eine Kindheit im Schloss oder in einem verrufenen Viertel. Steinbrück, der eine Entsendung 1981 nach Ost-Berlin schon mal flapsig als „Kinderlandverschickung“ bezeichnet hat, fehlt offenbar der Zugang zu den Befindlichkeiten und Empfindlichkeiten in den neuen Bundesländern. Klar, dass die Linke, die hier ihre Stammlande sieht, da sogar die Kanzlerin verteidigt.

Quelle: op-online.de

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