Behandlungsfehler

Kommentar: Patient kann sich wehren

Die neue Hüfte zwickt, die Nase ist nach einer Operation schief, eine Krankheit wurde nicht entdeckt oder falsch behandelt: 2013 haben deutlich mehr Patienten wegen Verdachts auf einen Behandlungsfehler Hilfe bei den Krankenkassen gesucht.

Allein der Medizinische Dienst der Krankenversicherung erstellte 14.600 entsprechende Gutachten. Bei mehr als 700 Millionen Behandlungsfällen pro Jahr relativiert sich die Fehlerzahl. Es sind aber die Einzelschicksale, die die Verantwortlichen in den Kliniken und Praxen aufrütteln sollten. Sie müssen die Forderung des leitenden Arztes des Medizinischen Dienstes des Kassen-Spitzenverbands, Stefan Gronemeyer, nach einer verstärkten Sicherheitskultur intensiv hinterfragen und Schlüsse daraus ziehen.

Natürlich sind menschliche Fehlleistungen im Krankenhaus so wenig zu vermeiden wie anderswo. Handelt es sich um Fahrlässigkeiten, müssen sich diejenigen, die sie verantworten, auch dazu bekennen. Entscheidend ist aber, dass Patienten sich wehren, wenn sie den Eindruck haben, sie seien Opfer einer Fahrlässigkeit geworden. Und die jetzt veröffentlichten Statistiken zeigen einmal mehr: Die Wege über den Medizinischen Dienst der Kassen oder über die Gutachterkommissionen der Ärztekammern sind offen. Bei Behandlungsfehlern bieten die Kassen ihren Versicherten bei der Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen oftmals Unterstützung an. Es lohnt sich!

Quelle: op-online.de

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