Kommentar zum Berliner Pannenflughafen

Kein Fortschritt

Eins muss man Hartmut Mehdorn zugute halten: Er ist pragmatisch, wenn er die Teileröffnung des Hauptstadtflughafens auch als Test versteht. Schließlich kann niemand nach den beispiellosen Pannen und Versäumnissen voraussetzen, dass etwas gut funktioniert. Von Barbara Will

Ob die Mini-Eröffnung am Ende mehr Geld kostet als einbringt, fällt angesichts der bereits in den Sand gesetzten Summen ohnehin kaum noch ins Gewicht: Die veranschlagten Baukosten für den Pannen-Airport haben sich inzwischen verdoppelt, und jeder Monat Stillstand kostet weitere Millionen.

Ein Zeichen dafür, dass es vorwärts geht, ist die Eröffnung auf Regionalflughafen-Niveau jedenfalls nicht – höchstens Schadensbegrenzung in homöopathischer Dosis. Ähnliches gilt für den Wechsel an der Aufsichtsratsspitze. Weil Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck auch beim Flughafen aufgibt, muss Klaus Wowereit als Vize wieder zurück auf den Posten, den er im Laufe des Debakels geräumt hatte.

Er hat gute Chancen, sich dort zu halten, denn mögliche Nachfolger, die bereit sind, sich an dem Pannenprojekt verschleißen zu lassen, sind rar. Das Stühlerücken aber bringt noch mehr Unruhe in ein Unternehmen, das Kontinuität dringend nötig hat. So ist nur eins beständig, nämlich wer am Ende die Rechnung begleicht: der Steuerzahler.

Quelle: op-online.de

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