Kommentar zum Betrug mit EU-Geldern

Kommentar: Geld wird verpulvert

Wenn es um Geld geht, droht man innerhalb der EU-Institutionen den Bezug zur Lebenswirklichkeit zu verlieren.Von Detlef Drewes

Die Liste der Europa-Staatssekretäre mag nicht die finanzielle Situation des normalen EU-Beamten beschreiben, trotzdem bleibt unterm Strich eben doch das schale Gefühl, dass in Brüssel (und Straßburg und Luxemburg) eine Art Selbstbedienungsmentalität herrscht. Der berechtigte Hinweis der Betroffenen auf ein geltendes Statut, dass diese Wohltaten ermöglicht, ist keine Entschuldigung. Ein derartiges Papier hätte nie akzeptiert werden dürfen.

Der Hinweis, dass es stets um Geld der Steuerzahler geht, sollte sich erübrigen. Doch dem ist nicht so. Natürlich sollen Europas beste Beamte entsprechend ihrer Qualifikation und besonderer Fähigkeiten angemessen bezahlt werden. Die Zulagen sind aber weder mit dem heimatfernen Einsatz der Beamten noch mit den gehobenen Anforderungen an die Beschäftigten der Union zu rechtfertigen.

Doch bevor die Mitgliedstaaten die Finger gegen Brüssel heben, wäre es gut, auch vor der eigenen Haustüre zu kehren. Denn auch sie lassen beim Umgang mit den Fördermitteln der Gemeinschaft - zur Erinnerung: auch dabei handelt es sich um Steuergelder - jedes Kostenbewusstsein vermissen.

Quelle: op-online.de

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