Brüsseler Ehrenamtspläne

Kommentar: Hilfreiche Helfer

Ob freiwillige Feuerwehr, ehrenamtliche Vereinstrainer oder „Tafel“ – ohne die nebenberuflichen Helfer wäre das soziale Netz der Bundesrepublik nicht denkbar. Daran will und wird auch die Europäische Kommission nichts ändern dürfen. Von Detlef Drewes

Aber sie muss sehr wohl die Frage aufwerfen, ob das Ehrenamt nicht ebenfalls durch soziale Schutzstandards gesichert werden sollte. Der Verdacht, dass hier und da unter einem sehr hehren Etikett eine Art unentgeltlicher Zweitberuf mit vergleichbaren Belastungen entstehen könnte, ist nicht unbegründet. Und es wäre im Sinne des Ehrenamtes, der betroffenen Organisationen und all derer, die von den Tätigkeiten der Helfer profitieren, solche Ausuferungen zu begrenzen. Wer das Ehrenamt wirklich respektiert, darf nicht so tun, als bestehe es allein aus Freizeitvergnügen.

Gleichzeitig muss die EU-Kommission mit ihrer permanenten Neigung zu überzogener Gründlichkeit sehen, dass Sozialstandards zwar richtig sind, aber auch zum Gegenteil führen können. Wer sich sozial engagieren möchte, soll dies tun können, ohne von der europäischen Bürokratie ausgebremst zu werden. Aber er darf auch nicht vereinnahmt und ausgelaugt werden.

Brüssels sozialpolitisches Gewissen ist ja durchaus begrüßenswert. Aber dennoch muss die Kommission wissen, dass sie bestehende und gut funktionierende Modelle höchstens verbessern, nicht aber verschlechtern darf. Im konkreten Fall heißt das: Wenn man wirklich die Freiwilligendienste in den Schutz der Arbeitszeitrichtlinie einbeziehen will, kann man durchaus darüber reden. Aber nicht mit dem Ziel, Engagement unmöglich zu machen, sondern um es erleichtern.

Quelle: op-online.de

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