Bundeswehr verlässt Kundus

Kommentar: Wichtiger Einsatz

Zehn Jahre hat die Bundeswehr an der Seite von Verbündeten in Afghanistan zivile Aufbauhilfe unterstützt und gekämpft. Daheim wurde die Arbeit der Soldaten fast nur wahrgenommen, wenn ein Kamerad gefallen ist. Von Marc Kuhn

Der Einsatz der Truppe wurde derweil hierzulande im Laufe der Jahre immer unpopulärer. Das Verständnis für das Engagement am Hindukusch hält sich bis heute in Grenzen. Dennoch: Der Einsatz der Bundeswehr war und ist nötig.

Sie ist mit der multinationalen Truppe aus zahlreichen Ländern nach Afghanistan gegangen, um den Terrorismus zu bekämpfen. Dieser ist nach wie vor eine latente Bedrohung für den Westen. So ist die Lage am Hindukusch gerade in den vergangenen Monaten viel instabiler geworden. Und: Wie groß die Gefahren durch den islamistischen Extremismus sind, zeigen die Entwicklungen im Norden, Osten und teils im Westen Afrikas oder im Jemen. Selbst im syrischen Bürgerkrieg mischen Al Kaida nahestehende Gruppen mit. Der Terror ist da - auch wenn der Westen von Anschlägen lange verschont wurde. Der Kampf gegen den Extremismus muss folglich weiter gehen.

Leidtragende des Rückzugs der Bundeswehr und ihrer Verbündeten in den nächsten Monaten werden zunächst die Afghanen sein. Das bisschen Stabilität, das in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde, gerät ohne die westliche Hilfe wohl ins Wanken. Kaum vorstellbar ist, dass die afghanischen Sicherheitskräfte die Taliban in Schach halten können. Bleibt nur zu hoffen, dass das Land nicht wieder in archaische Zeiten zurückfällt. Wenn Taliban und Warlords das Sagen haben, sind die Weiten Afghanistans ein Rückzugsgebiet des internationalen Terrorismus.

Wieder einmal ist es fremden Mächten nicht gelungen, das riesige Land unter ihre Kontrolle zu bringen - sie sind ebenso gescheitert wie viele Länder zuvor in den vergangenen 2000 Jahren, die allerdings meist keine hehren Ziele hatten.

Quelle: op-online.de

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