Die CSU und die Moral

Kommentar zu Christine Haderthauer

In nachrichtenarmer Zeit richtet sich der Blick schon mal gen Süden. Dort, wo die CSU allgegenwärtig ist, sind Politiker schließlich immer mal wieder für eine skandalträchtige Schlagzeile gut.

Denn in Amigo-Land sind Doppelzüngigkeit, Lügen, Betrug und Misswirtschaft so selten nicht. Über Skandälchen zum Skandal, die Liste der Sünder ist lang und führt von Strauß über Wiesheu, Zimmermann, Tandler, Streibl, Beckstein, Heubl, Stoiber, zu Guttenberg bis zum Landrat Kreidl, der sich seine Geburtstagsfeiern von der Sparkasse sponsern ließ. Die weiteren Delikte reichen von Meineid, Schmiergeldannahmen, Veruntreuung von Spendengeldern über Trunkenheitsfahrten bis zur Beschäftigung von Familienangehörigen. Mia san mia! Wenn"s so einfach wäre. Welcher bayerische Ministerpräsident musste nicht vorzeitig seinen Hut nehmen?.

Mit der aktuellen Chefin der Staatskanzlei, Christine Haderthauer, macht eine weitere CSU-Spitzenpolitikerin den Staatsanwälten Arbeit. Haderthauer soll in Geschäfte mit psychisch Kranken verwickelt sein und private Reisen über ihre Firma für Modelltechnik abgerechnet haben. Zunächst gilt freilich der rechtsstaatliche Grundsatz der Unschuldsvermutung. Gleichwohl macht stutzig, mit welcher Verve die auch sonst recht nassforsche, macht-, ziel- und selbstbewusste Seiteneinsteigerin zusammen mit ihrem Mann Hubert versucht hat, die Medien via Abmahnungen und Unterlassungsklagen auszuschalten.

Es ist wie bei der CSU und der Moral; auch bei der Pressefreiheit prallen da zwei Welten aufeinander und führen zum wiederholten Male den Werteverfall der Politik vor Augen...

Quelle: op-online.de

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