Gefährliches Unterfangen

Kommentar: Deutsche Waffen für Kurden

Deutsche Waffen für die Kurden im Nordirak und deren Kampf gegen die IS-Terroristen? Ja! Schnell und ohne wenn und aber. Von Werner Menner

Natürlich ist es ein gefährliches Unterfangen, natürlich sind Bedenken angebracht, denn niemand vermag heute zu sagen, ob die Waffen in den Händen der Kurden bleiben und gegen wen sie später einmal eingesetzt werden. Doch hier geht es nicht ums Geschäft oder nüchterne Machtpolitik, und auch nicht um das (inzwischen unmögliche) Ausbügeln von über viele Jahre hinweg gemachten strategischen Fehlern: Es geht um Menschenleben. Und darum, die Mutation des Mittleren Orients zu einem Großreich des Terrors zu verhindern.

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Grund zum Optimismus gibt es in der Geschichte des Iraks schon lange nicht mehr. Es ist ein von Gewalt geprägtes Land, in dem es derzeit nur eine kleine funktionierende Ordnungsmacht gibt: Die Kurden – und auch sie haben nur im Nordirak Einfluss. Und dennoch: Wenn jemand das von der IS verfolgte Volk der Jesiden, unzählige Christen und auch friedliche Muslime retten kann, dann sind sie es. Und wenn der Westen nicht – zumindest indirekt – die Schuld an einem Massaker tragen will, dann muss er die Kurden waffentechnisch unterstützen. Deutschland kann und darf sich nicht herausnehmen.

Natürlich wollen die Kurden aus ihrem Hilfseinsatz rasch Kapital schlagen: Sie werden noch selbstbewusster einen eigenen Staat einfordern. Das bedeutet neue Konflikte, auf jeden Fall zwischen Kurden und dem Nato-Land Türkei. Der Westen hat dennoch keine Alternative. Er muss heute den Kurden gegen die IS helfen. Und morgen ziemlich sicher Jordanien und wohl auch dem Libanon. Aus humanitären Gründen – und zum Selbstschutz.

Mit dieser Ausrüstung kämpft unsere Bundeswehr

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Quelle: op-online.de

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