Deutschland und Syrien

Kommentar: Schwierige Gemengelage

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Angelika Dürbaum

Offenbach - Es war nicht anders zu erwarten: 69 Prozent der Bundesbürger lehnen trotz Giftgas-Vorwürfen gegen das Regime von Machthaber Baschar al-Assad einen internationalen Militärschlag gegen Syrien ab. Von Angelika Dürbaum

In einer repräsentativen Umfrage für das Magazin „Stern“ sprachen sich nur 23 Prozent dafür aus. Von den Befürwortern wiederum sind 66 Prozent der Meinung, dass sich dann auch Deutschland an einem derartigen Einsatz beteiligen sollte.

Solche Umfragen machen das Dilemma für die mitten im Wahlkampf stehenden Politiker noch größer. Hier die sich aus historischen Erfahrungen speisende ablehnende Haltung der Bevölkerung, dort die Stellung auf der internationalen Bühne. Mit ihrem ablehnenden Kurs im Libyen-Konflikt hat die Merkel-Regierung viel Porzellan in der Allianz zerschlagen, das bis heute nicht gekittet ist.

Nichtsdestotrotz gibt es auch diesmal gute Gründe für eine Zurückhaltung. Assad ist zweifellos ein skrupelloser Despot, aber auch die Politiker der Opposition verfolgen vielfach in erster Linie eigene Interessen - ohne Rücksicht auf die geschundenen syrischen Bürger. Wo die Trennlinien zwischen gut und böse verlaufen, ist in diesem Konflikt nicht immer leicht auszumachen.

Auch wenn es vermutlich noch diese Woche zu den Militärschlägen in Syrien kommen sollte: Oberstes Ziel muss sein, alle Beteiligten an einen Verhandlungstisch zu bekommen. Nächste Woche könnte schon ein Anfang gemacht werden: Dann sitzen die Mächtigen der Welt beim G-20-Gipfel zusammen.

Quelle: op-online.de

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