Jetzt aber: Freiwillige vor!

Kommentar: Dienste und Quoten

Wer bei dem politischen Hickhack um Bundesfreiwilligendienst und Freiwilliges Soziales Jahr noch den Durchblick behält, darf sich glücklich schätzen - und hat sich (wohl meist unfreiwillig) durch das Gestrüpp der Interessenlagen gearbeitet. Von Ulrich Kaiser

Dabei sollte alles ganz einfach sein. Mit dem Ende des Zivildienstes stehen so manche soziale Einrichtungen vor akuter Personalnot, haben sich bisher doch viel zu wenige „Bufdis“ gemeldet, um die ausbleibenden „Zivis“ zu ersetzen. Was läge also näher, als hurtig Nägel mit Köpfen zu machen, damit der drohende Kollaps etwa bei der Betreuung und Pflege noch rechtzeitig verhindert wird.

Doch anstatt sich an einen Tisch zu setzen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, wird ein veritabler Streit vom Zaun gebrochen. Vorgaben aus dem Bundesministerium zur Förderung des neuen Dienstes stoßen Ressortchefs in den Ländern übel auf: Die Quotenpläne torpedierten frühere Vereinbarungen, lautet der bittere Vorwurf, Wohlfahrtsverbände sehen sich schon als Opfer einer „verkorksten Freiwilligenpolitik“. Wer ist bloß für diesen Schlamassel verantwortlich? Freiwillige vor!

Es braucht dringend eine Lösung aus einem Guss. Denn mit Blick auf die Bedarfslage kann es nicht angehen, dass die Freiwilligendienste als Konkurrenz begriffen werden, obwohl sie doch einander ergänzen sollen.

Sonst nimmt nicht wunder, wenn auch die letzten potenziellen Interessenten für BFD oder FSJ müde abwinken: LMAA.

Quelle: op-online.de

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