Ebola-Virus

Kommentar: Irrfahrt eines Infizierten

Die Verheerungen, die das Ebola-Virus in Afrika verursacht, resultieren aus der Kombination tödlicher Eigenschaften mit Existenzbedingungen, die seine Verbreitung begünstigen. Insofern darf man den Experten glauben, die eine generelle Gefahr für die Bevölkerung westlicher Industriestaaten ausschließen. Von Lorenz von Stackelberg

Hohe Hygienestandards, die Qualität der Gesundheitssysteme und Melderegister auf der einen Seite, eine aufgeklärte Gesellschaft auf der anderen addieren sich zur massiven Barriere, die das Virus höchstens punktuell überspringt. Fahrlässigkeit, Ignoranz und kriminelle Energie können sich allerdings auch in entwickelten Staaten zum Hochrisiko addieren.

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Das zeigt etwa die beklemmende in den USA zwischen Flugzeug, Klinik und Familie, die alle Ingredienzien eines Katastrophenthrillers enthält und als bitterernste Warnung verstanden werden muss. Ein ähnliches Szenario etwa in Staaten wie Indien oder Pakistan mag man sich gar nicht vorstellen. In Afrika selbst wird unterdessen immer deutlicher, dass das Virus das Potenzial besitzt, ganze Staatswesen an den Rand des Abgrunds zu treiben. Auch das dürfte die Weltgemeinschaft noch vor große Probleme stellen. Zu Panik, das ist richtig, besteht hierzulande kein Anlass. Vor Überheblichkeit angesichts einer „Dritte-Welt-Seuche“ sollte sich der ach so moderne Teil dieser Erde allerdings ebenso hüten.

Quelle: op-online.de

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