Eklat beim Klimagipfel

Kommentar: Welt ist keine Gemeinschaft

Das gab´s noch nie: Enttäuschte Umweltschützer boykottieren einen Klimagipfel. Die meisten Regierungen seien mit leeren Händen gekommen, lautet ihr Vorwurf.

Nun waren solche vielfach ermüdenden Zusammenkünfte schon bisher in den seltensten Fällen auf befriedigende Fortschritte ausgelegt, was angesichts der Trägheit von Vielstaaten-Gipfeln nur zu verständlich ist. Diesmal scheint das Treffen sogar nur Rückschritte gebracht zu haben. Das jedenfalls suggeriert die Reaktion der Umweltverbände. Die meisten Regierungen seien mit leeren Händen nach Warschau gekommen, lautet ihr Vorwurf. Und dann werden noch bereits besprochene Treibhausgas-Reduktionsziele zurückgezogen, gibt es kaum Zusagen für den versprochenen Grünen Klimafonds zugunsten der Entwicklungsländer.

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Zugleich liegt das EU-Vorzeigeprojekt, der Emissionshandel, am Boden. Und schließlich: Nicht einmal ein Fahrplan für ein Klimaschutz-Abkommen ist erkennbar, auch weil es immer noch viele Stimmen gibt, die die Stoßrichtung der Maßnahmen für falsch halten. Doch das Problem des Klimawandels schwindet nicht, indem man engagierten Umweltschützern nutzlosen Aktionismus vorwirft. Es kann ja wohl auf keinen Fall schaden, für die Verringerung der CO2-Emissionen zu kämpfen. Die Menschheit muss handeln, möglichst koordiniert. Nicht reden, einfach mal machen. Und was kann schon passieren, außer dass die Spezies Mensch ein paar Jahre länger auf diesem bisher so gastfreundlichen Planeten überleben kann.

Quelle: op-online.de

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