Energiemarkt

Kommentar: Comeback des Teufelszeugs

Nachtspeicheröfen galten bis gestern als Energiefresser und sollten abgeschafft werden. Doch nun dürfen sie plötzlich weiter betrieben werden - als Zwischenspeicher für Energie, um kurzzeitige Unterversorgung abzupuffern.

Plötzlich soll das Teufelszeug von ehedem zum Gelingen der Energiewende beitragen.

Das Problem: Mit erneuerbarer Energie lässt sich zeitweilig mehr Energie erzeugen als verbraucht wird. Wo aber soll der Strom in den Zeiten herkommen, wenn via Windkraft- oder Solaranlage weniger produziert wird als benötigt? Wird die Wäsche bald nur noch dann gewaschen, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint? Oder sollten wir nicht die alte Bauernregel beherzigen: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Nach diesem Prinzip wären Nachtspeicheröfen geeignet.

Unter reinrassig ökologischen Gesichtspunkten freilich sind Nachtspeicheröfen die zeitversetzt arbeitende Variante der Glühbirne, da Strom in Wärme umgewandelt wird. Andererseits: Wenn man keine Glühbirnen haben darf, warum dann solche Nachtspeicher? Haben wir wirklich im Jahre 2013 keine bessere Lösung, als aus Energie Wärme zu machen? Wenn diese Wärme vonnöten ist, kann das sinnvoll sein. Wer aber sollte an einem sonnigen und windigen Sommertag noch Interesse haben, seine Wohnung mit einem Nachtspeicherofen weiter aufzuheizen?

Mit dem Beschluss des Bundestages wird davon abgelenkt, dass die Stromkonzerne Investitionen in Energiespeicher noch scheuen. Angesichts fehlender Alternativen taugen Nachtspeicheröfen als Krücke. Schließlich ist es besser, überschüssigen Strom mit Nachlass in Wärme umzuwandeln, als zu schlechteren Konditionen ins Ausland zu verscherbeln.

Quelle: op-online.de

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