Energiemarkt

Kommentar: Perspektiven fehlen noch

Fallende Strompreise, günstigeres Gas, billigeres Tanken - was hat die EU-Kommission nicht alles als Ergebnis der Liberalisierung des Energiemarktes vorhergesagt. Die Rechnung ging nicht auf.

Zwar haben die Preise gerade ein wenig nachgegeben, doch das mindert nur den Druck auf hohem Niveau. Weder Energiewende, noch höhere Energieeffizienz oder der versprochene Energiebinnenmarkt konnten daran etwas ändern.

Dass Brüssels zuständiger Kommissar gerade jetzt Alarm schlägt, ist richtig. Denn wenn die Staats- und Regierungschefs beim Gipfeltreffen nächste Woche wieder einmal über Wettbewerbsfähigkeit diskutieren, spielen die Kosten für Strom und Gas eine entscheidende Rolle. Die Frage, woher wir in den nächsten Jahrzehnten unsere Energie bekommen und was sie kostet, wird zu einer Herausforderung für die Union. Und die bisherigen Antworten reichen nicht.

Dabei heißt es in den längst beschlossenen Papieren, dass der Energiebinnenmarkt bis Ende 2014 vollendet sein soll. In weiten Teilen Europas ist davon wenig zu spüren. Hierzulande teilen sich vier Giganten den Markt nach wie vor zu 80 Prozent. Einige andere EU-Länder sind noch schlimmer dran. Ihre Abhängigkeit von einem einzigen Versorger liegt bei fast 100 Prozent - und der kommt auch noch aus Russland. Die EU bleibt auf ausländische Lieferanten angewiesen, deren Anteil bis 2035 sogar noch steigen wird. Das ist keine Perspektive, mit der die Gemeinschaft ruhig schlafen kann.

Quelle: op-online.de

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