Viele Europäer von Hunger bedroht

Kommentar: Die Krise und ihre Opfer

Es wird immer deutlicher, welche dramatischen Folgen die Finanz- und Euro-Krise hat: Nicht die Banken und Zocker an den Börsen müssen die vergiftete Suppe auslöffeln, sondern es sind die Bürger in den von der Krise gebeutelten Staaten - hier in Europa und natürlich auch anderswo auf der Welt. Von Siegfried J. Michel

Durch die Folgen des Finanzdesasters können sich allein in Europa insgesamt 43 Millionen Menschen nicht mehr genug zu essen leisten, hat jetzt die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) in einer Studie festgestellt. Nur durch Suppenküchen und gespendete Lebenmittel können diese Menschen über Wasser gehalten werden. Das ist eine wirklich erschütternde Nachricht. .

Zu verantworten haben dies diejenigen Politiker, die das hohe Lied des Kapitalismus sangen und die Finanzmärkte in der Vergangenheit immer weiter dereguliert hatten. Schuld tragen auch die Top-Manager in den Bankentürmen, die mit Dollar-Zeichen in den Augen auf immer höhere Renditen setzten, das Allgemeinwohl dabei völlig aus den Augen verloren und schließlich Geschäfte machten, die absolut unverantwortlich waren.

Die von der Politik in der Folge der Krise erlassenenen Gesetze, Vorschriften und neuen Beschränkungen für die Finanzmärkte darf man getrost aus halbherzig bezeichnen. Klar ist auch, dass die Euro-Krise noch lange nicht ausgestanden ist. Griechenland wird weitere Hilfsgelder benötigen, auch von Spanien oder Italien kann man wahrlich nicht sagen, dass sie über den Berg sind. Was die Politiker in den verschiedenen Ländern und die Notenbanken bisher erreicht haben, ist nicht der große Wurf. Sie haben, allein das ist sicher, nur Zeit gewonnen.

Quelle: op-online.de

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