Klage gegen Fachkräftemangel

Kommentar: Mehrere Stellschrauben

Verrückte Welt: Hunderte Ex-Roländer sind in Stadt und Kreis Offenbach auf der Suche nach einem neuen Job. Ähnlich sieht es in weiteren Branchen in der Region und in ganz Hessen aus.

Gleichzeitig klagen Industrie- und Handelskammern sowie Unternehmen immer lauter über einen Mangel an Fachkräften. Angebot und Nachfrage müssen also in Einklang gebracht werden. Mittelfristig ist indes akuter Handlungsbedarf vorhanden.

Viele Firmen haben zwar längst reagiert. Beispielsweise mit attraktiven Teilzeitmodellen oder Kinderbetreuungs-Angeboten ködern sie Mütter und Väter. Allerdings müssen mehr Unternehmen diesem Beispiel folgen. Bei Modellen für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist künftig verstärkt Kreativität gefragt. Andere Ansätze zur Bekämpfung des Fachkräftemangels werden vernachlässigt. So gibt es nach wie vor Probleme bei der Beschäftigung Älterer. In diesem Punkt stehen auch die IHK in der Pflicht, bei ihren Mitgliedsunternehmen entsprechende Angebote einzufordern. Lippenbekenntnisse reichen nicht aus.

Eine weitere Stellschraube ist die Schule. Seit Jahren wird auf vielen Ebenen über mangelnde Kenntnisse von Jugendlichen geklagt. Die Folge: Eine Lehrstelle finden sie nicht. Viele können die Ausbildung nicht stemmen. Aus ihnen werden keine Fachkräfte. An diesem Punkt ist die Landesregierung gefordert. Bessere Lehrpläne, mehr Personal, eine intensive Verzahnung von Schule und Wirtschaft - die Liste der Vorschläge ließe sich verlängern. Entscheidend ist, dass endlich gehandelt wird. Und auf Bundesebene muss mehr für eine gezielte Zuwanderung getan werden. Die bisherigen Engagements sind ins Leere gelaufen. Für gut ausgebildete Ausländer ist Deutschland nicht attraktiv genug.

Quelle: op-online.de

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