Es geht um Vertrauen

Kommentar zum Fall Tebartz-van Elst

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Der Stachel sitzt tief - vor allem bei vielen Katholiken. Die Residenz auf dem Domberg in Limburg war in der Dienstzeit des früheren Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst mit rund 31 Millionen Euro deutlich teurer geworden als geplant. Von Peter Schulte-Holtey

Seit mehreren Monaten stand die Frage im Raum, ob Tebartz-van Elst wegen des kostspieligen Baus Wiedergutmachung zahlen muss. Gestern kam das Basta aus Rom. Der Vatikan hält weder die „Prüfung von Schadenersatzleistungen“ noch die „Eröffnung eines entsprechenden kanonischen Verfahrens“ für angebracht. Natürlich ist die Enttäuschung groß. Das Votum der Kirchenspitze lässt ahnen, dass sich Franziskus mit seinem Motto „Kirche für die Armen“ im Vatikan noch nicht durchsetzen konnte. Denn Tebartz-van Elsts Prachtbauten in Limburg widersprechen allem, wofür das Kirchenoberhaupt steht.

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Manche mögen jetzt sagen: Eben dieser Papst hat doch das Vergeben als Maxime christlichen Handelns herausgestellt. Stimmt! Jedem sei die zweite Chance gegönnt, aber nicht so, als ob vorher nichts gewesen wäre. Zur Erinnerung: Von Tebartz kam bislang nie ein Wort innerer Einsicht. Er ist nicht auf die Gläubigen im Bistum Limburg zugegangen, er hat keine Erklärungsversuche unternommen - er ist schlicht untergetaucht im fernen Rom. Wichtiger als das Nachkarten ist jetzt, dass die Gläubigen wieder Vertrauen gewinnen. Und für die katholische Kirche insgesamt, dass die Laien mehr Mitsprache bekommen.

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Quelle: op-online.de

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