Es geht um Sprengstoff

Kommentar zur Familienpolitik

Das Zusammenleben in Deutschland ändert sich massiv. Die klassische Familie verliert an Bedeutung. Nur noch weniger als die Hälfte der Menschen leben überhaupt noch in einer Familie. Noch allerdings sind in den meisten Familien mit mindestens einem Kind die Eltern verheiratet. Von Peter Schulte-Holtey

Familienpolitik wird in Deutschland aber längst für alle Lebensformen gemacht. 200 Milliarden Euro lassen sich der Staat und wir Steuerzahler die Förderung kosten; Kita-Ausbau, Elterngeld, Betreuungsgeld, Ehegattensplitting oder Familienversicherung der Krankenkassen. Riesensummen werden bewegt, doch so recht weiß niemand, welches Ziel die Politik verfolgt. Gerecht geht es dabei weiterhin nicht zu. Sowohl in den Sozialsystemen als auch bei den Verbrauchssteuern werden Abgaben erhoben, die familienfeindlich sind.

Allein über Renten-, Pflege- und Krankenversicherung würden jährlich 120 Milliarden Euro von Familien hin zu Kinderlosen verteilt, kritisiert der Darmstädter Sozialrichter Jürgen Borchert. Es stimmt: Männer und Frauen mit Kindern werden überproportional zur Kasse gebeten. Das ist gesellschaftspolitischer Sprengstoff. Da sich Steuergeld nicht beliebig vermehren lässt, müssen die Mittel zielgerichteter eingesetzt werden. Vor allem die vielen Alleinerziehenden warten sehnsüchtig auf mehr Hilfe.

Quelle: op-online.de

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