Kommentar: Rösler schaut tapfer zu

Zugegeben: Der von vielen Liberalen schon jetzt fast wie ein Doppelsieg gefeierte Umfrage-Aufwind der FDP vor den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen am 6. und 13. Mai ist noch nicht mehr als ein laues Lüftchen.

Auffällig aber ist eine für die Bundes-Partei nicht ganz unwichtige Gemeinsamkeit. Mit den Spitzenkandidaten wecken derzeit zwei Liberale neue Hoffnungen, die bei aller Unterschiedlichkeit vor allem eines eint: die größtmögliche Distanz zu ihrem „großen Vorsitzenden“ Philipp Rösler.

Geißelte Dauernörgler Kubicki die Verengung der Bundes-FDP auf die Steuerpolitik, so legte der als Berliner Generalsekretär fahnenflüchtige Lindner mit Blick auf Röslers wenig einfühlsame Wortwahl im Fall Schlecker nach. Ihr Tenor: All das könnte man besser machen. Eine Form verbaler Kritik, die beide auch in die Tat umsetzen: Weite Teile ihrer Wahlkämpfe bestreiten die zwei Strategen gemeinsam, kritische Bemerkungen in Richtung Berlin stets dabei.

Rösler indes übt sich in einem Maße in Geduld, dass er einem fast schon leid tun kann. Sein bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit wiederholtes Credo: Lass´ die Kritiker meckern – in der Sache vermag uns letztlich nichts zu trennen. Er dürfte sich wundern, wie schnell ihn die Realitäten überholen können. Möglicher Stichtag: 14. Mai.

Quelle: op-online.de

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