Kommentar: Ohne Orientierung

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Petra Wettlaufer-Pohl

Parteitage haben ihre eigene Dramaturgie, die sich zwischen taktischer Finesse in der Regie und kaum vorhersehbaren Einwürfen der Basis bewegt. Wenn es gut geht, kehrt die Partei beflügelt in den Alltag zurück. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Die 660 Delegierten der FDP werden die Frankfurter Messehallen kaum beflügelt verlassen haben. Denn die Antworten für die Zukunft ist ihr jugendlicher Vorsitzender seinen Parteifreunden schuldig geblieben. Die Beschwörung der FDP als Hüterin des Liberalismus und der Sozialen Marktwirtschaft mögen sie im Schutze der Halle bejubeln. Doch was kommt, wenn die Union heute in Leipzig den Mindestlohn beschließt?

Die Ergebnisse der schwarz-gelben Koalition der vergangenen sechs Monate, in denen Philipp Rösler „liefern“ wollte, hat die FDP in Orientierungslosigkeit gestürzt; die selbe, die viele CDU-Mitglieder beschlichen hat, seitdem Angela Merkel es als Grundwert der Union betrachtet, sich möglichst schnell gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen.

Das alles wäre hinzunehmen, regierten CDU und FDP nicht das Land. Vielleicht hört ja noch einer auf FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle. Er warb für die Grundsatztreue seiner Partei und schloss mit den Worten: „Lieber Wahlen verlieren als den Verstand“.

Quelle: op-online.de

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