FDP versucht's mit Doppelspitze

Kommentar: Röslers Spiel über Bande

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Was bleibt hängen, von dieser Landtagswahl in Niedersachsen? Es war ein Krimi, wie ihn die Bundesrepublik wohl noch nie gesehen hat. Von Frank Pröse

Die Wahl klärt für die Bundestagswahl gerade mal nichts. Peer Steinbrück hat bei der SPD deutliche Bremsspuren hinterlassen.

Rot-Grün darf mit gerade mal einer Stimme über den Durst versuchen, Niedersachsen zu regieren. Die Opposition in Berlin kann die Mehrheit im Bundesrat für ihre Politik nutzen.

Der abgewählte smarte Landesvater David McAllister hat keine Lust auf Opposition und flüchtet sehr wahrscheinlich nach Berlin unter den Schutzschirm von Angela Merkel. Die weiß sich etwas anzufangen mit einem zwar angeschlagenen, aber immer noch zu den „fähigsten und besten Köpfe der CDU“ zählenden jungen Mann. Ein Posten wird sich finden...

Totgesagt leben länger

Die Union ist alleine nicht in der Lage, eine bürgerliche Mehrheit zu sichern. Totgesagte leben länger, wenn sie sich auf Frischluftzufuhr vom Partner verlassen können. Die Personalie Philipp Rösler ist vom Tisch. Nix da! Die FDP und ihr Personalgeschacher beherrschen weiterhin die Schlagzeilen. Unter dem Aufmerksamkeitsaspekt wedelt mal wieder der Schwanz mit dem Hund, was allerdings nicht etwa inhaltliche Gründe hat. Wie so oft sind die Liberalen mit ihrer Parteiführung beschäftigt.

Vor der Wahl war Königsmord ausgemachte Sache. Nun wissen wir: Der König lebt! Denn als er zugunsten Rainer Brüderles abdanken wollte, hatte dieser kein Interesse mehr an dem Job. So gibt es jetzt eine Doppelspitze mit einem Parteichef, dem man die Führung der FDP am liebsten weggenommen hätte, dem man aber zugleich das politische Spiel über Bande so nicht zugetraut hat. Denn Rösler muss gewusst haben, das Brüderle kneift und das Angebot auf den Vorsitz ausschlägt. So einem sollen die Truppen in die Wahlschlacht folgen? Das wird nichts, denn im Offiziersrang gibt es mit Dirk Niebel, Christian Lindner und Daniel Bahr zu viele Enttäuschte. Sie alle hatten auf Brüderle als Chef gesetzt. Jetzt wird er nur das Gesicht der Partei - anders aber als gedacht von Röslers Gnaden.

Quelle: op-online.de

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