Es fehlt die Übersicht

Kommentar zu Flüchtlingszahlen

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Frank Pröse

Offenbach - Die einen rechnen mit 1,5 Millionen Zuwanderern in diesem Jahr. Im nächsten Jahr darf es gleich ein wenig mehr sein. Für diese Behauptung gibt es keine gesicherte Grundlage. Nicht etwa, weil die Bestätigung der Regierung fehlen würde. Von Frank Pröse

Die ist doch auch ahnungslos, weil die Flüchtlingsmassen nicht in Gänze erfasst werden. Da ist jede Prognose am Tag der Veröffentlichung schon Makulatur, eignet sich aber immerhin kurzzeitig als Datenbasis zur Durchsetzung politischer Maxime. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig erwartet, dass den in Deutschland eingetroffenen Flüchtlingen zahlreiche Angehörige folgen werden. „Wir rechnen damit, dass sehr viele Frauen und Kinder nachkommen“. Aha! Diesen Finger haben aufgrund unsicherer Datenlage schon andere in den Wind gehalten. In der Pauschalität ist Schwesigs Aussage sicher richtig, doch hilft das in der Praxis nicht weiter.

Auf wie viel Integrationsarbeit sollen sich die Helfer denn einrichten? Müssen letztlich 100.000 oder 400.000 Kinder zusätzlich in Kita und Schule untergebracht werden? Unwichtig ist eine annähernd solide belastbare Zahl also nicht. Einwanderung ist eine Frage der Größenordnung. Wer sie nicht kennt, der macht schon aufgrund fehlender Übersicht Fehler. Und er kann so eine Orientierung suchende Bevölkerung nicht mitnehmen. Höchste Zeit also für zusätzliche Anstrengungen bei der Erfassung von Flüchtlingen. Damit alle wissen, worüber sie sprechen.

Quelle: op-online.de

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