Flut von Kinderpornos

Kommentar: Und Vater Staat guckt zu

Offenbach - Fast zwei Jahre hat die Polizei nach den Kunden eines kanadischen Kinderporno-Rings in Deutschland gesucht. Schneller ging es nicht, rechtfertigt sich der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke. Das ist ein Armutszeugnis. Von Peter Schulte-Holtey

Die Sicherheitsbehörden stehen der Kinderpornoflut offenbar ohnmächtig gegenüber. Erneut wird deutlich, dass das Internet längst das Medium ist, in dem Täter oftmals ihren Gelüsten nachgehen können, ohne Strafen zu fürchten. Es sind Aufzeichnungen, in denen kleine Kinder gefoltert und missbraucht werden - nicht einfach „nur“ ein paar Nacktfotos. Tausende solcher widerwärtigen Aufnahmen gibt es im Netz - mit ein paar Mausklicks kinderleicht zu finden.

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Es wird höchste Zeit, dass die Polizei mehr Unterstützung erhält. Vor allem die Zahl der Fahnder muss steigen. Denn in den Verfahren haben es die Beamten oftmals mit hunderten oder tausenden Beschuldigten zu tun. Weil die Ermittlungen lange laufen, wechseln Verdächtige Wohnorte oder IP-Computeradressen. Bedenkenswert ist dabei auch, dass das BKA über die fehlende Möglichkeit zur Vorratsdatenspeicherung klagt. Provider müssen schon nach kurzer Zeit keine Auskunft mehr geben; damit ist das Zeitfenster winzig, in dem Fahnder eine IP-Adresse einer Person zuordnen können. Wie lange will Vater Staat so viele Kriminelle schonen?

Quelle: op-online.de

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