Merkels Versprechen

Kommentar: Förderung der Elektromobilität

Der Vorteil an langfristigen Zielen aus Sicht von Politikern ist, dass sie erstmal sehr weit in der Zukunft liegen. Bei der Verkündung wirken sie strebsam: Wir packen an. Wir schaffen das. Ein schöner Effekt – für den Moment. Von Til Huber

Irgendwann aber rückt der Zeitpunkt näher, an dem man absehen kann, wie glaubwürdig ein Versprechen ist. Dieser Zeitpunkt ist nun bei der Elektromobilität gekommen. Und man muss feststellen: Um das Ziel der Kanzlerin, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen, steht es nicht gut. Deutlich unter 50.000 sind es bisher. Mehr als 950.000 müssten binnen vier Jahren hinzukommen. Immerhin: Offenbar steht eine Offensive bevor. In der Frage der Förderung geht aber ein Riss durch die Bundesregierung. Staatliche Subventionen sind immer zwiespältig. Wie bei der Förderung der Erneuerbaren Energien können sie einen Markt ankurbeln. Setzen sie aber blind auf eine Technologie, können sie zum Milliardengrab werden.

Fakt ist allerdings: Vom Ziel, Leitmarkt für E-Mobilität zu werden, ist Deutschland weit entfernt. Der Markt alleine wird das auch nicht richten. Und auch beim Klimaschutz ist das Land dringend auf den Verkehrssektor angewiesen – Ökostrom hin oder her. Der niedrige Ölpreis gibt derzeit wenig Anlass, vom Gas zu gehen. Wenn der Benzinverbrauch aber nicht zurückgeht, dürfte es nichts werden mit der versprochenen, kräftigen Verringerung des CO2-Ausstoßes. Dann wäre auch das nächste langfristige politische Ziel dahin.

Verstehen Sie E- Mobilität?

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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