Ringen um Frauenquote

Kommentar: Frustrierend langsam

Natürlich war das gestern im Bundestag ein unwürdiges Schauspiel, das die Unionsfraktion uns beim Ringen um mehr Frauen in Führungspositionen zumutete. Dagegen zu sein, obwohl man dafür ist, das ist für jeden Wahlbürger starker Tobak.

Es bleibt die Erkenntnis: Quote oder nicht Quote bleibt wohl noch geraume Zeit eine Glaubensfrage. Es ist in der aktuellen Diskussion aber auch deutlich geworden, dass politisches Gezerre und Signale alleine nicht mehr reichen. Zehn Jahre ist es her, dass mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft eine freiwillige Vereinbarung geschlossen wurde. Jedoch sind nur drei Prozent aller Führungsfunktionen der freien Wirtschaft von Frauen besetzt. Es müssen Taten her, soll sich tatsächlich etwas ändern. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für die Wirtschaft, Handlungswillen zu zeigen. Denn 2013 gilt als Superwahljahr für Aufsichtsräte. Bei vielen Dax-30-Unternehmen laufen Mandate aus.

In den Personalabteilungen setzt sich doch längst die Erkenntnis (ohne Quoten-Gedanken) durch, dass gemischte Führungsteams besser sind für ein Unternehmen als zu sehr männlich dominierte. Wenn nach bestens qualifizierten Frauen gesucht wird, wird man sie finden. Schließlich haben inzwischen mehr Frauen Hochschulabschlüsse als Männer, haben sie oft bessere Noten als Männer. Die Firmen sind gefordert, nicht länger frustrierend langsam auf diese einschneidenden Veränderungen zu reagieren.

Quelle: op-online.de

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