Diskussion um Frauenquote

Kommentar: Eine Imagefrage

Frauenquote ist ein Wort, das Unbehagen verursacht. Für Männer, weil sie sich unter Umständen ihres Geschlechts wegen ein Stück weiter hinten anstellen müssen. Von Monika Reuter

Für Frauen, weil sie möglicherweise nicht um ihrer selbst, sondern nur der Quote willen für einen Führungsjob ausgesucht werden.

Dennoch steht die Quote seit Jahren im Raum: drohend, lästig, beharrlich. Weil die Wirtschaft sich darum windet, will Arbeitsministerin Ursula von der Leyen Frauen mit der Brachialgewalt des Gesetzes in Führungsetagen bringen. Ihre Kollegin vom Familienressort, Kristina Schröder, versucht es sanfter mit einer verbindlichen Selbstverpflichtung. Sicherheitshalber stellte sie vor dem Treffen mit den Dax-Vertretern aber schon mal die Androhung eine Geldbuße von bis zu 25.000 Euro in den Raum. Mal abgesehen davon, dass diese Summe kein Dax-Unternehmen erzittern lässt, sind beide Wege wenig erfolgversprechend.

Anstatt Frauen gewaltsam in Vorstände zu hieven, muss langfristig auf Imagewandel gesetzt werden. Erst wenn Firmen ohne Frauen an der Spitze als altmodisch, weltfremd, familienfeindlich gelten, wird ein Umdenken einsetzen. Vor 100 Jahren durften Frauen in Deutschland noch nicht einmal an die Wahlurne, inzwischen haben wir eine – auch von Männern gewählte – Kanzlerin. Freilich haben diese Überlegungen einen Haken: Wahrscheinlich kommt ohnehin alles anders – denn aus Brüssel dringt bereits die Idee einer EU-weit verpflichtenden Quote.

Quelle: op-online.de

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