Sarrazin in Neukölln

Kommentar: Fremde Welten

Natürlich wäre es erfreulich gewesen, wenn Thilo Sarrazin und die Türken in Neukölln sachlich und niveauvoll miteinander diskutiert hätten. Vielleicht bei Döner und Raki. Von Wolfgang Blieffert

Aber die Verhältnisse sind nicht so, auch nicht in Berlins Multikulti-Viertel. Die Fähigkeit zuzuhören und miteinander zu debattieren, ist auch dort verloren gegangen. Vielleicht hat sie nie wirklich existiert.

Zumal hier zwei Welten aufeinandertrafen, die einander mehr als fremd sind. Hier Sarrazin, der sich Sorgen um Deutschland macht. Der in seinen Veröffentlichungen aber unbestreitbare Fakten stets mit abstrusen Meinungen vermischt. Der provoziert, weil er glaubt, anders nicht gehört zu werden. Dort die Angegriffenen, die seine zugespitzte Thesen als Beleidigung empfinden. Die nicht verinnerlicht haben, dass zum Wesen einer pluralistischen Demokratie auch das Ertragen von Unsinn gehört. Insofern zeigt der geplante Aspekte-Beitrag ein Stück traurige Lebensrealität in diesem Lande.

Sarrazin wird damit erneut zum großen Thema. Aber die Erfahrung lässt befürchten, dass es wieder nur um die Person des Provokateurs und nicht um die Sache der Integration gehen wird.

Quelle: op-online.de

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