Kassen für mehr Transparenz

Kommentar: Auf den Zahn fühlen

Die vielen Patienten, die sich über die Rechnung ihres Zahnarztes ärgern, könnten nun Unterstützung bekommen: Trotz gesetzlicher Versicherung müssen Patienten beim Zahnarzt oft privat zuzahlen; die Krankenkassen wollen nun auch diesen Teil der Rechnungen genauer unter die Lupe nehmen. Von Peter Schulte-Holtey

Die große Hoffnung: Der Zahnarztbesuch könnte den Kassenexperten zufolge dadurch deutlich billiger werden. .

Dass man einer großen Zahl von Ärzten intensiver auf den Zahn fühlen sollte, wird auch von Verbraucherschützern gefordert. Jede dritte Arzt-Beschwerde in Deutschland betrifft inzwischen einen Zahnarzt - und fast immer geht es ums Geld, um Rechnungen, die aus Sicht der Patienten zu hoch waren. Mehr Transparenz für den Kunden auf dem Zahnarztstuhl ist also überfällig. Denn die meisten scheuen ja noch immer davor zurück, sich mittels Zweit-Meinung ein Bild über Therapie-Alternativen und unterschiedliche Kosten zu machen. Viele suchen Helfer, als medizinische Laien können sie nur begrenzt die Qualität einer Behandlung beurteilen. Deswegen ist es unerlässlich, Fachleute ins Boot zu holen und einige Sperren einzubauen. Die Kassen wären die richtigen Ansprechpartner.

Gebannt werden die Versicherten nun die weiteren Diskussion in der Gesundheitspolitik beobachten. Zunächst wird sich ja nichts ändern, die Kassen werden in den nächsten Monaten noch dicke Bretter bohren müssen.

Auch dieser Vorstoß und die damit verbundenen heftigen Streitereien bestätigen aber bereits den Eindruck, den viele Bürger seit langem haben: Im Ringen auf dem riesigen „Gesundheitsmarkt“ geht es immer mehr zu wie in einem Haifischbecken, in dem viele große und kleine Fische ihre fette Beute suchen. Ob Zahntechniker, Zahnärzte oder Kassen - sie alle fordern mit Vehemenz ihren Anteil. Warum muss nur der Versicherte stets die schlechtesten Karten haben?

Quelle: op-online.de

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