Kommentar: Jüngere sind verunsichert

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Peter Schulte-Holtey

Die älteren Menschen in Deutschland sind laut einer Allensbach-Studie mit großer Mehrheit zufrieden mit dem Leben. Ein  erfreulicher Trend, der noch durch eine weitere Tatsache gestützt wird: Materiell geht es der Seniorengeneration so gut wie keiner vor ihr - und sicherlich auch keiner nach ihr.

Es scheint also so, als würde die jetzige Rentnergeneration als die goldene in Erinnerung bleiben. Das verunsichert natürlich die Jüngeren. So sollten die Erfolgs- und Wohlfühlmeldungen jetzt auch nicht den Blick auf gefährliche Entwicklungen in der Gesellschaft verstellen. Die Zahl der von Altersarmut betroffenen Rentner wird alsbald rasant wachsen; immer mehr Menschen sind im Niedriglohnsektor beschäftigt und zahlen nur kleine Summen in die Rentenkasse ein. Mit geringen Verdiensten bleibt zudem kaum Spielraum, um zu sparen oder Geld für die private Vorsorge zurückzulegen. Schon jetzt sind 600 000 der 20 Millionen Ruheständler auf Grundsicherung angewiesen, weil ihre Rente das Existenzminimum nicht abdeckt. Diese Zahl wird noch deutlich steigen.

Die Politik sucht intensiv Rezepte gegen diese Fehlentwicklung. Nachhaltige Reformen sind aber nicht in Sicht. In Wahlkampfzeiten wird lediglich viel versprochen. Jüngstes Beispiel: Die CDU will die Altersarmut vor allem von Frauen mit einer Lebensleistungsrente bekämpfen. Was fehlt: Viele Details sind offen. Was noch mehr erzürnt: Viele warten weiterhin auf das Eingeständnis, dass die Riester-Rente vor allem ein gutes Geschäft für die Versicherungsbranche, aber kein Instrument zur Verhinderung von Altersarmut ist.

Quelle: op-online.de

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