Kommentar zum Griechenland-Votum

Keine Wahl

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Detlef Drewes

Erleichterung fühlt sich anders an. Das Ergebnis der griechischen Wahlen kann Europa vielleicht besänftigen, aber nicht beruhigen. Athen wird im Euro bleiben. Das Schreckgespenst ist abgewendet. Ob das auch eine Garantieerklärung für die Euro-Zone ist, sei dahingestellt.  Von Detlef Drewes

Denn noch ist Hellas nicht stabilisiert. Als hätten die Europäer nicht schon genug Probleme, eskalieren auch die Schwierigkeiten Spaniens und Italiens. Die Antworten der europäischen Spitzenvertreter sind immer neue Ideen, Vorschläge mit einer Halbwertszeit von wenigen Tagen. Ob Euro-Bills oder Bankenunion - sie alle haben eines gemeinsam: Deutschland soll mehr zahlen. Kein Wunder, dass die Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister wegen ihrer steten Ablehnung solcher Vorstöße mehr und mehr ins Visier der Partner geraten.

Dabei hat die EU letztlich nur zwei Alternativen: Entweder sie hält an der derzeitigen Form mit hoher nationaler Eigenverantwortung samt Budgethoheit fest. Oder sie verschmilzt und schafft am Ende eine Art Transferunion, bei der die wohlhabenderen Staaten die schwächeren alimentieren. Bisher wagt noch niemand laut zu sagen, dass der erste Weg gescheitert und der zweite übrigbleiben wird. Auch wenn man ihn anders nennt.

Quelle: op-online.de

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