Standards für Praktika

Kommentar: Ein großer Schritt

Viele Erfahrungen sind bitter. Arbeitgeber bedienen sich williger Praktikanten und übertragen ihnen Tätigkeiten, die nichts mit Berufsvorbereitung zu tun haben, sondern mit realer Arbeit. Von Detlef Drewes

 Die Fälle, in denen die jungen Berufsanfänger als billiger Ersatz für Vollzeitkräfte ausgenutzt werden, nehmen zu. Gegen die Vorschläge der EU-Kommission wird niemand ernsthaft etwas einwenden können. Gemeinsame Standards der Mitgliedstaaten, die junge Menschen auch dann unter Schutz stellen, wenn sie im europäischen Ausland unterwegs sind, sollten selbstverständlich sein. Das deutsche Niveau ist da bereits hoch. Vor allem die größeren Unternehmen haben schon vor Jahren standardisierte Verfahren für die Einstellung und Bezahlung von Praktikanten erlassen. Das Problem sind häufig die mittelständischen und kleinen Betriebe.

Das weiß man auch in Brüssel und hat wohl deshalb darauf verzichtet, noch weitergehende Forderungen zu stellen. Deshalb sucht man in der Vorlage auch vergeblich nach Mindestlöhnen für Praktikanten oder umfangreichen Absicherungen. Letztlich soll eine schriftliche Vereinbarung über Inhalte, Betreuung und Klarstellung des Status als Lernender die Lösung sein. Das klingt wenig, ist aber angesichts der Situation in einigen Betrieben schon ein großer Schritt.

Quelle: op-online.de

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