Hurrikan „Sandy“ und die Amerikaner

Kommentar: In der Stunde der Not

Zahlreiche Tote, Zehntausende Evakuierte, Millionen ohne Strom. Highways werden gesperrt, Flüge storniert. Schulen bleiben geschlossen, die Wall Street ebenfalls. Eine Hightech-Nation im Ausnahmezustand.

Der Monster-Hurrikan demonstriert den modernen Industriegesellschaften erneut, dass auch sie verletzlich sind. Zumal wenn die Infrastruktur oftmals veraltet ist wie in manchen Teilen der USA.

„Sandy“ beweist zudem, dass eine Nation in der Krise nicht nur professionellen Katastrophenschutz benötigt, sondern auch die Hilfsbereitschaft seiner Bürger. Und so scheinen die Amerikaner in der Stunde der Not zusammenzuhalten - ein Gefühl, das fast schon vergessen schien in einem Land, das politisch und sozial tief gespalten ist.

Eine Woche vor der Präsidentenwahl liegt es auf der Hand, an Wirbelsturm Katrina zu erinnern, der 2005 über New Orleans kam und die Hilflosigkeit von Präsident George W. Bush offenbarte. Oder an die Elbeflut von 2002, als ein angeschlagener Kanzler Gerhard Schröder in Gummistiefeln und Anorak Entschlossenheit und Mitgefühl demonstrierte. Angesichts des Leids der Menschen mag es zynisch klingen: Aber auch vor dem Hintergrund der Katastrophe kann Politik überzeugen.

Wolfgang Blieffert

Quelle: op-online.de

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