Kommentar: Jagd nach Müllschätzen

Das Ganze ist ein Milliardengeschäft, entsprechend erbittert wurde von den Lobbygruppen hinter den Kulissen gekämpft. Von Peter Schulte-Holtey

Jetzt rückt die endgültige Entscheidung endlich näher: Plastik- und Metallabfälle sollen künftig überall in Deutschland in einer sogenannten Wertstofftonne landen. So steht es im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz, auf dessen Entwurf sich die Regierungsfraktionen im Bundestag nun geeinigt haben.

Wer das geplante Projekt genauer beleuchtet, kommt schnell zu dem Schluss, dass es sich lohnt. So gibt es aus Verbrauchersicht keinen Grund für die derzeitige Müll-Praxis, den Joghurt-Becher aus Kunststoff über die gelbe Tonne zu recyceln, das Plastikspielzeug aus demselben Material aber nicht.

Zudem steht doch schon seit Jahren fest, dass sich die gelbe Tonne und der gelbe Sack in jetziger Form überlebt haben. Während es in den 90er Jahren um die Begrenzung des Verpackungsmülls ging, stehen die Zeichen der Zeit heute auf Nachhaltigkeitsthemen wie Ressourcenschonung durch Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen aus dem Hausmüll. Laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft konnten zuletzt durch Wiederverwertung jährlich Rohstoffimporte in Höhe von rund fünf Milliarden Euro gespart werden. 2009 wurden in Deutschland aus Müll Sekundärrohstoffe im Wert von 8,4 Milliarden Euro produziert, bis 2015 sind demnach 18 Milliarden Euro möglich. Fachleute des Umweltbundesamtes schätzen, dass mit einer Wertstofftonne pro Einwohner bis zu sieben Kilo Müll pro Jahr zusätzlich zu den Verpackungen erfasst und verwertet werden könnten. Das Amt weist auch auf die enormen Klimaschutzpotenziale hin.

Die Jagd nach „Müllschätzen“ wird also nun mit Hilfe der Wertstofftonne intensiviert. Eine gute Entscheidung!

Quelle: op-online.de

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