Kommentar: Ohne Beitrag keine Leistung

Das Erzbistum Freiburg hat vor dem Bundesverwaltungsgericht Erfolg mit seiner Klage gegen „Kirchensteuer-Rebell“ Hartmut Zapp: Wer seinen Austritt aus der katholischen Kirche erklärt und keine Steuern mehr zahlt, kann kein gläubiges Kirchenmitglied mehr sein. Von Frank Pröse

Warum hat es dieses Urteils bedurft? Was wollte Zapp eigentlich? Hopp oder topp! Entweder man sagt sich ernsthaft von der Religionsgemeinschaft los - und muss dann auch keine Steuern mehr zahlen - oder eben nicht. Hätte ein Austritt keine Konsequenzen, warum sollte man dann überhaupt austreten wollen? Und wenn man sich der Glaubensgemeinschaft gegenüber unsolidarisch verhält, warum sollte man dann von ihr was verlangen können?

Eine merkwürdige Diskussion wird uns da dieser Tage aufgedrängt, die mit dem Brief der Bischöfe an längst überstanden geglaubte Tage des schnöden Almosenablasshandels erinnert. Es musste ja auch mal deutlich gesagt werden: Ohne Beitrag keine Mitgliedschaft - und keine Leistung. Da unterscheidet sich die Kirche nicht vom ADAC.

Wem das alles zu weltlich klingt, dem sei gesagt: Glaube kann auch ohne Kirche funktionieren. Der Verzicht auf kirchliche Feiern der Eucharistie, Taufe, Kommunion, Konfirmation, Firmung, Eheschließung und Beerdigung ist dann nur konsequent und sollte nicht schwer fallen,

Immer noch hat die Kirche nicht zu entscheiden, an was man glauben darf. Errettet und des ewigen Lebens zuteil wird man freilich nur, wenn zu Lebzeiten und in dieser Welt dafür bezahlt wird. Wer bei diesem big business der Kirche nicht mitmachen will, kann ja für wohltätige Zwecke spenden und so sein Seelenheil im Himmel finden. Dass soziale Einrichtungen wesentlich über die Kirchensteuer finanziert werden, ist nämlich ein Märchen.

Quelle: op-online.de

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