Terrorwarnung und Datensammelwut

Kommentar: Das kleinere Übel?

Keine Frage, die massiven Terrorwarnungen von US-Behörden und aus vielen anderen westlichen Staaten wirken wie ein großes Ablenkungsmanöver. Von Jan Schlüter

Plötzlich stehen nicht mehr die immer weitergehenden Enthüllungen über die ungeheure Datensammelwut des US-Geheimdienstes NSA im Mittelpunkt öffentlichen Interesses. Stattdessen gibt es Warnmeldungen über angeblichen Al-Kaida-Terror an vielen Orten der Welt. Hat es in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern keine großen Attentate des islamistischen Terrornetzwerkes gegeben, gerade weil hier US-Behörden Zugang zu elektronischen Daten in unvorstellbarer Größenordnung hatten? Und dies mit Beteiligung deutscher Dienste wie dem BND?

Da gibt es nur Vermutungen. Vieles bleibt nebulös, schließlich spricht man nicht umsonst von Geheimdiensten. Auffallend ist das Zögern und Schweigen der Bundesregierung. Ziel ist es offenbar, das unangenehme Thema auszusitzen. Denn Berlin weiß, dass es keine massive Protestwelle empörter Demokraten gibt. Weil wohl auch viele Bürger insgeheim das Ausspähen als das weitaus kleinere Übel betrachten.

Quelle: op-online.de

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