Studie zum Zusammenhalt

Kommentar: Knackpunkt Toleranz

Allen Unkenrufen zum Trotz: Um den Zusammenhalt im Land ist es gar nicht so schlecht nicht bestellt. Deutschland steht im internationalen Vergleich zwar nicht super da, aber immerhin im oberen Mittelfeld. Von Peter Schulte-Holtey

Das stellt eine neue, umfangreich angelegte Vergleichsstudie zur Lage des Gemeinsinns in Industriestaaten fest. Was uns gerade hier im Rhein-Main-Gebiet aber unangenehm berühren muss: Die Deutschen haben zunehmend Schwierigkeiten, Andersartigkeit zu akzeptieren. Im Vergleich zu den anderen untersuchten Ländern fiel die Bundesrepublik in diesem Punkt in den vergangenen Jahren sogar zurück. Multi-Kulti-Illusionisten und Integrations-Träumer sollten also gewarnt sein: Auch Ausländerfeindlichkeit ist leider noch weit verbreitet. Was dabei aber nicht verschwiegen werden darf: Oft mangelt es auch den Zuwanderern an Toleranz. Viele schotten sich in Parallelgesellschaften ab, lehnen auch die westliche Lebensart ab; besonders beim Thema Gleichberechtigung der Frau ist das immer wieder deutlich zu spüren. Glücklicherweise brechen betroffene Frauen vermehrt das Schweigen und werden zu Aktivistinnen gegen die religiöse Intoleranz.

Probleme in der Integrationspolitik dürfen aber nicht den Blick aufs Wesentliche verstellen. Mehr Toleranz muss von allen gesellschaftlichen Gruppen eingefordert werden. In Offenbach gab es ja zuletzt ermutigende Veranstaltungen und Appelle gegen ausländerfeindliche Parolen und Angst schürenden Fremdenhass. Darauf lässt sich aufbauen.

Quelle: op-online.de

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