Koalitionsspekulationen

Kommentar: Eiskalt seziert

Angelika Dürbaum

Heute in fünf Wochen wissen wir mehr: Bleibt Angela Merkel in einer schwarz-gelben Koalition Kanzlerin, hat Peer Steinbrück doch noch die Wende für Rot-Grün geschafft oder läuft es auf eine große Koalition hinaus? Von Angelika Dürbaum

 Gab es im Wahlkampf 2013 bislang nichts, was Wähler und Wahlkämpfer elektrisierte, so hat zumindest die Debatte um eine mögliche große Koalition am Wochenende für Spekulationen und Stimmung gesorgt.

Merkel selbst war es, die das Elefanten-Bündnis ins Gespräch und damit ihren Widersacher Peer Steinbrück in die Bredouille brachte. Der SPD-Kanzlerkandidat hat sich schon lange eindeutig festgelegt und einer großen Koalition eine klare Absage erteilt. Er will „nur Kanzler“, aber seine Partei nicht unbedingt in die Opposition – denn zahlreiche SPD-Politiker zeigen für den Fall der Fälle durchaus Sympathien für eine Verbindung mit der CDU zum Zwecke des Machterwerbs. Merkel hat diese Bruchlinie innerhalb der SPD eiskalt seziert. Den Schaden hat wieder einmal Steinbrück.

Nur zwei Tage nach der Bundestagswahl wird die SPD einen kleinen Parteitag abhalten. Reicht es bei der Wahl nicht für Rot-Grün oder Schwarz-Gelb, könnte dort ein Stimmungsbild eingeholt werden, wie es die Top-Genossen mit der großen Koalition halten. Eingeladen zu dem Konvent hat Parteichef Sigmar Gabriel – ohne große Rücksprache mit Steinbrück oder Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Für Gabriel könnte die große Koalition eine lukrative Sache sein. Er würde womöglich zum Vizekanzler und Minister in einem Schlüsselressort aufsteigen.

Wie gesagt: In 35 Tagen wissen wir mehr.

Quelle: op-online.de

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