Spiel mit dem Feuer

Kommentar zum Konflikt zwischen Russland und der Türkei

Die Hintergründe des Abschusses des russischen Kampfflugzeuges werden sich kaum zweifelsfrei klären lassen. Militärs lassen sich nicht gerne in die Karten schauen, in Moskau und Ankara schon gar nicht. Von Wolfgang Blieffert

Eher muss man sich wundern, dass es nicht schon längst zu ähnlichen Vorfällen gekommen ist. Denn im Luftraum über Syrien und den angrenzenden Ländern tummeln sich inzwischen die Luftwaffen verschiedenster Staaten mit unterschiedlichen Kampfaufträgen. Eigentlich ist nicht damit zu rechnen, dass es zwischen der Türkei und Russland wegen des Abschusses zu einer weiteren militärischen Konfrontation kommt. Ein erkennbares strategisches Interesse daran haben beide Staaten in Wahrheit nicht.

Was die Lage dennoch brisant macht, ist das Politikverständnis von Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan. Sie gehören zu dem Typ Politiker, der gern mit militärischer Macht protzt und das Spiel mit dem Feuer liebt. Beide schöpfen ihre Kraft aus der Konfrontation. Und beide verachten im Grunde das, was jetzt notwendig wäre: vertrauensbildende Maßnahmen, wie sie einst halfen, den Kalten Krieg zu entschärfen.

Türkei schießt russischen Kampfjet ab

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare