Vor der Krankenhaus-Reform

Kommentar: Patienten im Mittelpunkt

In der Krankenhauslandschaft in Deutschland können sich Laien wie Experten rasch verlaufen. Weil Politiker und Vertreter von Ärzteschaft, Kliniken und Kassen in schöner Regelmäßigkeit am Gesundheitssystem herumdoktern, wird dieses immer unübersichtlicher. Von Frank Pröse

Höchste Zeit also für den nächsten Reformschritt, dieses Mal aber nicht aus Prinzip, sondern wegen substanzieller Defizite eines Systems, das im weltweiten Vergleich am meisten kostet, dafür aber den Patienten in der Regel nur mittelmäßige Qualität liefert. Auf der Negativseite der Bilanz stehen außerdem zu viele Betten und zu viele diagnostische und therapeutische Leistungen der einzelnen Häuser.

Lesen Sie dazu auch:

Entscheidende Runde zur Krankenhausreform

Nun sollen also Überkapazitäten abgebaut, die Pflege und ärztliche Betreuung, letztlich die Qualität insgesamt verbessert werden. Das ist kein leichtes Unterfangen, wenn über alle Stationen von der Indikation bis zum Genesungsaufenthalt für alle transparente Parameter aufgestellt, überprüft und sanktioniert werden müssen. Wie soll eine schlechte Klinik mit weniger Geld besser werden? Vielleicht, indem sie nicht alles alleine macht, sondern sich über Kooperationen mit anderen Häusern oder Leistungserbringern vernetzt.

Das Zauberwort heißt wie so oft Transparenz – nach innen wie nach außen. Zu dieser neuen Offenheit gehört auch, dass den Patienten ein Recht auf eine Zweitmeinung eingeräumt wird. Dadurch und mit den geplanten Qualitätskriterien sollen künftig unter anderem unnötige Operationen verhindert werden. Wer aber einen medizinisch gebotenen Eingriff über sich ergehen lassen muss, dem soll mehr pflegendes Personal helfen. Wenn die zusätzlichen Pflegekräfte hauptsächlich am Bett und nicht vor Aktenschränken stehen, um das Bürokratiemonster zu füttern, dann wird sich über die bessere Betreuung auch das angekratzte Image vieler Kliniken verbessern. Das ist nicht unwichtig in der Krankenhauslandschaft, denn dahinter verbirgt sich letztlich ja eine bessere Versorgung der Patienten. Und die sollen schließlich im Mittelpunkt stehen.

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich impfen lassen

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © op-online.de

Kommentare