Landtagswahlen in drei Bundesländern

Kommentar: Das Pfeifen im Walde

Die CDU-Chefin sieht noch „alles offen“, der SPD-Vorsitzende glaubt, dass seine Partei „besser abschneiden“ wird als viele es erwarten. Von Angelika Dürbaum 

Es klang nach dem berühmten Pfeifen im Walde, was Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Vize Sigmar Gabriel auf den letzten Wahlkampf-Metern am Freitag verbreiteten. Denn tatsächlich dürfte es am Sonntagabend noch größere Schockwellen geben als nach der Kommunalwahl in Hessen vor Wochenfrist. Bei den Urnengängen in den drei Bindestrich-Ländern Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt wird die AfD zweifellos mit hohen Werten in die Parlamente einziehen. Und das wird die alten Farbenlehren gehörig durcheinanderwirbeln. Die Koalitionsfrage ist in den drei Ländern durch den Einzug der AfD völlig offen, die Karten werden neu gemischt.

Beispiel Baden-Württemberg: Dort kann es passieren, dass die beiden (einstigen) Volksparteien CDU und SPD rechnerisch zusammen keine Mehrheit mehr haben - dies wäre ein Novum in der bundesdeutschen Wahlgeschichte. Umgekehrt könnten die Grünen Prozentzahlen erreichen, die früher nur CDU und SPD zugeschrieben wurden. Die CDU will aber im Fall der Fälle Aussagen im Wahlkampf zufolge nicht als Juniorpartner der Grünen fungieren. Warum eigentlich nicht?

In den vergangenen Monaten ist in Deutschland durch die Flüchtlingskrise vieles in Bewegung geraten. Gutes wie schlechtes. Die Wahlen am Sonntag werden diese Veränderung ein Stück weit dokumentieren und einen Fingerzeig geben, wie es zukünftig weitergehen könnte.

Quelle: op-online.de

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