Luxusreisen bei ThyssenKrupp

Kommentar: Neuanfang ist nötig

ThyssenKrupp gehörte einst zu den Aushängeschildern der deutschen Industrie. Die Zeiten scheinen lange vorbei. Von Marc Kuhn

Zurzeit kommt es für den Stahlkonzern knüppeldick: Milliardenverluste, Korruptionsvorwürfe, die Entlassung des halben Vorstands und jetzt auch noch Luxusreisen für Gewerkschafter. Die Hauptversammlung in ein paar Tagen dürfte turbulent werden. Zu Recht haben in- und ausländische Aktionärsschützer bereits angekündigt, dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Dass auch die Rufe nach einem Rücktritt von Chefaufseher Gerhard Cromme immer lauter werden, ist richtig. Er scheint den Laden nicht mehr im Griff zu haben.

IG-Metall-Boss fehlt Fingerspitzengefühl

Anders ist nicht erklärbar, dass IG-Metall-Vorstand Bertin Eichler in seiner Funktion als Aufsichtsratsmitglied von ThyssenKrupp auf Luxus-Tripps ins Ausland flog. Ausgerechnet ein Gewerkschafter kann den Verlockungen nicht widerstehen. Während die Belegschaft wegen der milliardenschweren Einbußen den Gürtel enger schnallen muss, sitzt der IG-Metall -Boss in der Ersten Klasse eines Fliegers. Ihm scheint das Fingerspitzengefühl vollkommen abhanden gekommen zu sein. Da spielt es schon fast keine Rolle mehr, ob die Unabhängigkeit des Aufsehers angesichts der finanziellen Zuwendungen Schaden genommen hat.

Bleibt zu hoffen, dass die Aktionäre ihrem Management die rote Karte zeigen, zumal der Gewerkschafter offenbar nicht der einzige aus dem Aufsichtsrat war, der auf Kosten des Konzerns luxuriös um die Welt reiste. ThyssenKrupp braucht einen Neuanfang - im Vorstand und im Kontrollgremium.

Quelle: op-online.de

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