Machtkampf bei den Liberalen

Kommentar: Was braucht die FDP?

Es ist erstaunlich. Der Druck wächst von Tag zu Tag. Aber Philipp Rösler klebt noch immer an seinem Amt. Von Peter Schulte-Holtey

Hinter dem Rücken des Parteichefs werden längst Pläne für den Tag X geschmiedet. Denn für die FDP insgesamt gilt: Es wird das härteste Wahljahr in der Parteigeschichte. Am Ende zählt nur die Frage: Wer braucht diese FDP?

Interessant ist es schon, dass dieser Westerwelle-Rösler- und-Co.-FDP nun als besonderer Konkurrent ausgerechnet die grüne Partei gegenüber steht. Die spricht wesentlich genauer Themen eines liberalen Bürgertums an, das ahnt, dass es mit der Vorfahrt für Markt und Wachstum allein nicht mehr lange gut geht. Und die CDU-FDP-Wechselwähler? Ihnen wird dämmern, dass es im Grunde kein Themenfeld mehr gibt, nicht einmal in der Wirtschaftspolitik, in dem den Liberalen unter allen Parteien die höchste Kompetenz zugemessen wird.

Bleibt die Frage: Wer verwaltet die Partei nun in der Zeit nach Rösler? Wie sich das „alte Schlachtross“ der Partei, der bald 68 Jahre alte Fraktionschef Rainer Brüderle, die neue Spitze vorstellt, hat er bereits angedeutet. Offen lobte er Christian Lindner, den erfolgreichen nordrhein-westfälischen Landeschef, der sich in Stuttgart im Hintergrund hielt. Er ist der Mann der Zukunft. Doch es bleibt fraglich, ob er die Wende für eine Partei herbeiführen kann, die derzeit erheblich mit Selbstbeschäftigung befasst ist, kaum mit der Wiedergewinnung der Glaubwürdigkeit.

Quelle: op-online.de

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