Anspruch und Wirklichkeit

Kommentar: Mängel bei der Bundeswehr

Jetzt wird es ernst für Ursula von der Leyen. Mit wohlfeilen Forderungen nach Kitas in Kasernen oder PR-Trips in Krisengebiete hat sie sich über ihr erstes Jahr im wenig geliebten und wenig glamourösen Verteidigungsressort gerettet. Von Angelika Dürbaum

Doch angesichts der nun quasi im Minutentakt eintreffenden Nachrichten, was so alles bei der Bundeswehr nicht funktioniert oder vor sich hin rottet, ist nun Handeln gefordert. Dass das Ministerium ein fast unkontrollierbares Eigenleben führt, wie immer wieder von interessierter Seite gerne angemerkt wird, zieht nicht - schließlich soll sich die Frau noch zu höheren Aufgaben in Berlin berufen fühlen.

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Natürlich ist von der Leyen nicht allein schuld an der Bundeswehr-Misere. Die lange Reihe ihrer Vorgänger auf der Bonner Hardthöhe und im Berliner Bendlerblock hat ihr zweifellos ein schweres Erbe hinterlassen. Warnungen an die Inhaber der „Befehls- und Kommandogewalt“, mit einem schrumpfenden Wehretat und einer immer kleineren Truppe seien immer mehr Aufgaben nicht zu bewältigen, wurden etwa von einem Karl-Theodor zu Guttenberg oder einem Thomas de Maiziére schlicht ignoriert.

Von der Leyen riss das Steuer nicht herum, sprach nach ihrem Amtsantritt immer wieder von der größeren Verantwortung, die Deutschland in der Welt wahrnehmen müsse. Nun zeigt sich, militärisch ist die Bundesrepublik dazu kaum in der Lage. klaffen weit auseinander. Will die Ministerin nicht in dem Mängel-Skandal untergehen, muss sie sich schnellstens mehr um Rüstungsprojekte und Truppenstärke kümmern als um Kita-Konzepte.

Mit dieser Ausrüstung kämpft unsere Bundeswehr

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Quelle: op-online.de

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