Mehr Zuwanderung

Kommentar: Licht und Schatten

Das ist Europa: Meist noch junge Menschen ziehen quer über den Kontinent, um dort zu arbeiten, wo sie zumindest für eine gewisse Zeit in ihrem Leben gute Chancen sehen. Weder Schlagbäume noch Fremdwährungen erschweren ihnen den Umzug. Von Petra-Wettlaufer-Pohl

Dass es viele nach Deutschland zieht, spricht für das Land, auch für seine Offenheit und Toleranz. Zugleich lösen die gut ausgebildeten Europäer unser großes Problem: Den Fachkräftemangel, der dadurch entsteht, dass die Deutschen schlicht nicht genug Nachwuchs haben.

Natürlich ist das nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist die Armutszuwanderung vornehmlich aus Südosteuropa. Auch diese Menschen erhoffen sich hier ein besseres Leben. Man kann sie gut verstehen. Weil sie keine Probleme des deutschen Arbeitsmarktes lösen, sind sie weniger gern gesehen. Aber auch sie sind Europa. Solange sie in ihren Heimatländern keine Chancen auf ein einigermaßen erträgliches Leben sehen, werden sie die Freizügigkeit nutzen. Den Zuzug trotz der gepriesenen offenen Grenzen zu regulieren, mag eine Lösung sein. Doch sie birgt die Gefahr, dass die Menschen in ihrer Not auf anderen Wegen kommen. Das verstärkt die Probleme. Langfristig muss sich daher in den Heimatländern der Armutszuwanderer etwas ändern; EU-Gelder müssen wirklich genutzt werden, auch die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Sonst kann Europa nicht funktionieren, ohne dass Offenheit und Toleranz Schaden nehmen.

Quelle: op-online.de

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