Flagge zeigen

Kommentar nach Kölner Gewaltdemo

Mobilisiert wurde von München bis Flensburg, sogar international: 4 000 Hooligans und Neonazis nahmen an der Skandal-Demo in Köln teil. Erstaunlich viele, sagen Kenner der Szene. Aber was sagte die Zahl aus - mit Blick auf die Fankultur in Deutschland? Wenig! Von Peter Schulte-Holtey

An jedem Wochenende kommen doch weit mehr als 500.000 Fans und Zuschauer zu den Spielen der beiden Profiligen, Zehntausende sind zudem bei den Spielen in der 3. Liga und den Regionalligen. Mit Extremisten und Gewalttätern will die absolute Mehrheit der Fans nichts zu tun haben. Forscher bestätigen zudem: Das Ziel der Hooligan/Neonazi-Szene - mit ihren ausländerfeindlichen Parolen - ist gar nicht vorrangig die Fußballarena, sondern die Bevölkerung insgesamt. Die Bluttaten der Jihadisten lieferten bei den Krawallen in Köln den Vorwand, hinter dem die Gewalttäter sich scharen konnten, um ihre Wut auszuleben.

Diese Klarstellung soll das Problem nicht verniedlichen. Denn ein Punktsieg für die Hooligans war die Demo am Sonntag allemal. Polizei und Verantwortliche der Stadt sind überrumpelt worden. Aber mehr auch nicht. Denn Polizei und Politiker sind jetzt sensibilisiert. Sie werden das explosive Gemisch aus Fußball, Politik und Religion unter die Lupe nehmen, Gegenmaßnahmen umsetzen. Sicherheitsbehörden und Justiz haben nun vor allem die Aufgabe, dass Polizisten besser geschützt werden - dass sich eine Gewalt-Orgie wie in Köln nicht wiederholt.

Aber auch die Clubs sind gefordert. Sie sollten dafür sorgen, dass das Hooligan-Vorhaben einer weiteren Eskalierung scheitert. Intensiver denn je müssen sie mit konsequentem Vorgehen gegen Irrlichter und politische Straftäter unter den eigenen Fans.

Quelle: op-online.de

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