Die Nato und Afghanistan

Kommentar: Letzte Chance

Die Nato gibt sich schockiert über die Undankbarkeit des afghanischen Präsidenten. Tatsächlich präsentiert sich Hamid Karzai gegenüber seinen bisherigen Unterstützern seit Monaten in bester Teppich-Händler-Manier und sattelt Forderung um Forderung auf ein längst ausgehandeltes Abkommen mit Washington obendrauf. Von Detlef Drewes

Natürlich hat der Mann Angst, nicht nur um sein politisches Überleben. Die Isaf-Mission am Hindukusch hat nicht nur viel Gutes geschaffen, sondern auch viele Wunden gerissen. Zivile Opfer sind aber nicht nur durch die Aktionen des Bündnisses entstanden, sondern auch durch die gleichzeitig laufende Mission „Enduring Freedom“, also dem US-geführten Kampf gegen Terroristen. Für die Menschen in dem ausgebeuteten Land war der Unterschied nicht nur nicht mehr erkennbar, sondern auch unbedeutend: Sie hatten Opfer zu beklagen und die Folgen zu tragen.

Dennoch kann sich die Allianz nicht darauf einlassen, dem Präsidenten hinterherzulaufen. Karzai muss sagen, was er will. Und die Konsequenzen schultern. Ohne seine Unterschrift unter dem Sicherheitsabkommen mit den USA, das ja nur die Vorlage für vergleichbare Papiere mit anderen Truppenstellerstaaten sein soll, kann es keine Fortsetzung der Hilfe geben.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare