Funken der Hoffnung

Kommentar: Nato-Kampfeinsatz in Afghanistan endet

Gewiss, es spricht manches dafür, dass der westliche Kampfeinsatz in Afghanistan gescheitert ist. Weder ist der Terror besiegt, noch das Land geeint. Eine durchsetzungsfähige Regierung, deren Macht über den Großraum Kabul hinausreicht, ist nicht in Sicht. Von Lorenz von Stackelberg

Die Grenzen zum Schattenregime der Fanatiker und den Einflusszonen der Warlords bleiben fließend. Das in Jahrzehnten gewachsene Dickicht aus Korruption und ethnischen Konflikten hat sich kaum gelichtet. Und dennoch gibt es Hoffnungsfunken.

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Was im Herbst 2001 mit der Vertreibung des Taliban-Regimes begann, war der sinnvolle und ehrenhafte Versuch einer westlichen Koalition, das Land am Hindukusch von einem grausamen Steinzeit-Regime zu befreien und gleichzeitig dem El-Kaida-Terror eine Basis zu entreißen, von dem aus er Europa bedroht hätte. Beides ist zumindest teilweise gelungen. Jetzt ist es ziemlich sinnlos, darüber zu streiten, ob eine Verlängerung der Militärpräsenz bis zum St.-Nimmerleins-Tag zum guten Ende geführt hätte – sie war politisch nicht durchsetzbar. Und irgendwann müssen die Afghanen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Aber man kann zumindest hoffen, dass dem Konflikt mit dem Abzug der fremden Truppen ein Teil seines Brennstoffs entzogen wird. Und man darf ziemlich sicher sein, dass die afghanische Bevölkerung ihre demokratischen Rechte mutig verteidigen wird; die letzten Wahlen haben es gezeigt. Ein Prozess mit offenem Ende, gewiss. Jetzt aber fatalistisch zu bilanzieren, dass alles falsch und umsonst war, wäre zumindest voreilig – und ein schlechter Dank an all jene, die für Afghanistan ihr Leben eingesetzt haben.

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Quelle: op-online.de

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